Die Larynxparalyse

Hier möchten wir Ihnen einen spannenden Fall aus unserer Klinik vorstellen. Es geht um die 11-jährige Komondor Hündin Nala. Nala wurde aufgrund einer Atemnot in unserer Klinik vorgestellt.

Wie es auf dem Video (Ton anmachen!) zu erkennen ist, hat die Hündin starke Schwierigkeiten beim Einatmen. Dieses Atemgeräusch ist hinweisgebend für ein Problem der oberen Atemwege, was sich bei Nala im Rahmen der Ursachenfindung bewahrheitet hat.

Festgestellt wurde bei ihr eine Laryxnparalyse, auch bekannt als Kehlkopflähmung. Diese Erkrankung führt zu einer paradoxen Bewegung des betroffenen Kehlkopfbereiches – das heißt: durch die Lähmung können sich Kehlkopfanteile beim Einatmen nicht öffnen und die Luft durchlassen. Stattdessen muss die Luft durch einen fast geschlossenen Kehlkopf strömen, was zu den typischen Atemgeräuschen während der Einatmung führt.

Diese Erkrankung beginnt in der Regel sehr mild und kann im Laufe der Zeit fortschreiten.

Im Verlauf der Erkrankung kommt es durch die Lähmung der Stimmbänder zu verschiedenen Symptomen:

  • In mild ausgeprägten Fällen kommen Stimmveränderungen, Heiserkeit, ein lautes Atemgeräusch, Husten, Würgen, Räuspern und Belastungsintoleranz vor
  • In schwerwiegenden Fällen können Patienten kollabieren, da sie nicht mehr ausreichend mit Luft versorgt werden – das ist ein Notfall!

Die Stellung der Diagnose einer Larynxparalyse sowie die Ermittlung möglicher Ursachen beginnt bei der allgemeinen klinischen Untersuchung gefolgt von Laboruntersuchungen (um z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion auszuschließen), einer röntgenologischen Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf den Brustkorb sowie einer Endoskopie des Kehlkopfes und der Luftröhre in Narkose. Die Endoskopie dient zur Beurteilung der Bewegung des Kehlkopfes. Bei unklaren Fällen kann auch eine Computertomographie des betroffenen Bereiches erfolgen.

Die konservative Therapie der Larynxparalyse ist in der Regel langfristig nicht erfolgsversprechend. Die operative Methode nennt sich „Lateralisation des Arytenoids“. Genau genommen wird die Position des sogenannten Stellknorpels verändert, um den Kehlkopf auf einer Seite in einer geöffneten Position dauerhaft zu halten.

Das Ziel der Operation ist erreicht, wenn der Kehlkopf nicht mehr kollabieren kann und die Luftzufuhr gewährleistet ist. Eine Besserung der Symptomatik tritt zumeist sehr schnell ein

Welche langfristigen Risiken birgt die Operation? Durch die geöffnete Stellung des Kehlkopfes haben operierte Patienten unter anderem ein erhöhtes Risiko einer sog. Aspirationspneumonie. Das bedeutet: Futter oder Flüssigkeit gelangen in die Luftröhre und verursachen eine Entzündung der Atemwege. Dafür lernt der Patient im Rahmen der Nachsorge mit den neuen Gegebenheiten im Kehlkopfbereich umzugehen, um das Risiko zu verringern.

Nala durften wir chirurgisch versorgen – zum Glück! Ihre Atemnot war stark ausgeprägt. Umso erfreulicher waren die Ergebnisse. Sie hat alles super überstanden und kann jetzt wieder tief durchatmen!

Short Notice

  • OP Methode: Lateralisation des Arytenoids
  • OP Beschreibung:
    • Seitlicher Zugang zum Schildknorpel
    • Lösen der gelenkigen Verbindung zwischen Stell- und Ringknorpel
    • Fixation des Stellknorpels am Ringknorpel in ausreichend geöffneter Position

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