Lidrandtumore bei Hund und Katze
Beschreibung / Ursache
Lidrandtumore gehören zu den häufigsten Augenlidveränderungen bei älteren Hunden und kommen – wenn auch seltener – auch bei Katzen vor. Auch wenn das Wort „Tumor“ bei vielen Tierhaltern zunächst Sorgen auslöst, handelt es sich dabei nicht zwangsläufig um bösartige Veränderungen. Dennoch ist eine frühzeitige Diagnose und gegebenenfalls chirurgische Versorgung wichtig, um das Auge zu schützen und Komplikationen zu vermeiden.
Ein Lidrandtumor ist eine Gewebeneubildung (Wucherung) am Rand des Augenlids. Diese kann gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Bei Hunden sind rund 80–90 % der Lidrandtumore gutartig, bei Katzen ist die Wahrscheinlichkeit für eine bösartige Veränderung allerdings deutlich höher.
Häufige gutartige Tumore beim Hund sind: Meibomsche Drüsenadenome, Papillome und Histiozytome.
Bei der Katze sind häufiger bösartige Tumoren zu finden, z. B.: Plattenepithelkarzinome, Mastzelltumoren und Lymphome.
Symptome
- Tastbare oder sichtbare, oft knötchenartige Veränderung am Lidrand
- Vermehrter Tränenfluss
- Reiben oder Zwinkern mit dem betroffenen Auge
- Rötung oder Entzündung der Bindehaut
- Wiederkehrende Lidrandentzündungen
Diagnose
- Allgemeine Untersuchung und Begutachtung des Augenlids
- Histologische Untersuchung (Feingewebeuntersuchung nach chirurgischer Entnahme) zur sicheren Unterscheidung von gut- und bösartigen Tumoren
Therapie
Chirurgische Entfernung des Tumors (betroffenes Lidsegment wird unter Narkose operativ entfernt und rekonstruiert)
Prognose
Bei frühzeitiger Entfernung ist der Eingriff in der Regel unkompliziert, kosmetisch unauffällig und mit einer guten Prognose verbunden. Bei größeren oder bösartigen Tumoren kann ein aufwendigerer rekonstruktiver Eingriff nötig sein, eventuell in Kombination mit weiteren Behandlungsformen wie Bestrahlung oder Chemotherapie – insbesondere bei der Katze.
Fazit
Was kommt auf mich als Tierbesitzer zu?
- Voruntersuchung: Umfassende Augenuntersuchung mit Beratung zur weiteren Vorgehensweise.
- Operation: In den meisten Fällen ein geplanter Eingriff unter Narkose. Ihr Tier kann meist noch am selben Tag oder am Folgetag nach Hause.
- Nachsorge: Wundkontrollen, evtl. Fadenziehen nach ca. 10–14 Tagen, Tragen eines Halskragens zur Verhinderung des Kratzens, Augensalben oder -tropfen zur Unterstützung der Heilung.
- Prognose: Bei frühzeitiger Entfernung gutartiger Tumoren sehr gut – auch kosmetisch. Bei bösartigen Veränderungen ist eine individuelle Prognose abhängig von Tumorart, Größe und Ausbreitung erforderlich.
Lidrandtumore bei Hund und Katze sind keine Seltenheit und sollten ernst genommen werden. Eine rechtzeitige Untersuchung und gegebenenfalls operative Versorgung schützt nicht nur das Auge, sondern verbessert auch die Lebensqualität Ihres Tieres. Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie ausführlich und kümmern uns mit Fachkompetenz und Erfahrung um Ihr Tier