Atemnot bei Hund und Katze – inspiratorisch vs. exspiratorisch
Beschreibung / Ursache
Atemnot (Dyspnoe) ist immer ein ernstzunehmendes Symptom und kann in zwei Formen auftreten:
- Inspiratorische Dyspnoe: erschwerte Einatmung
- Exspiratorische Dyspnoe: erschwerte Ausatmung
Die Ursachen unterscheiden sich je nach betroffener Atemwegsebene:
Inspiratorische Dyspnoe – mögliche Ursachen:
- Verengung der oberen Atemwege (z. B. Kehlkopflähmung, Kollaps der Luftröhre, Fremdkörper, Tumoren)
- Kurznasigkeit (Brachyzephalie bei Möpsen, Perserkatzen etc.)
- Entzündungen im Nasen-Rachen-Bereich
- Kehlkopfödeme oder Stimmbandprobleme
Exspiratorische Dyspnoe – mögliche Ursachen:
- Erkrankungen der unteren Atemwege, z. B. chronische Bronchitis, feline Asthma bronchiale
- Schleimansammlungen in den Bronchien
- Lungenüberblähung (z. B. bei Asthma oder Lungenemphysem)
Symptome
- Inspiratorisch: angestrengtes Einatmen mit lautem Atemgeräusch („Schnarchen“, Röcheln), gestreckte Kopf-/Halsposition beim Atmen, evtl. Maulatmung
- Exspiratorisch: verlängertes Ausatmen, Husten, Bauchpresse beim Ausatmen, häufiges Hecheln
- In beiden Fällen: Unruhe, Atemnot, bläuliche Schleimhäute (Zyanose), Leistungsschwäche, Panik
Diagnose
- Klinische Untersuchung inkl. Atemgeräusche und -muster
- Röntgen oder Ultraschall des Brustkorbs
- Endoskopie (bei Verdacht auf Kehlkopf-/Luftröhrenprobleme)
- Blutuntersuchung, Sauerstoffsättigung
- ggf. CT/MRT oder bronchoalveoläre Lavage bei chronischen Fällen
Therapie
- Sofortige Stabilisierung bei akuter Atemnot (Sauerstoffgabe, Beruhigung, Notfallmedikamente)
- Inspiratorisch: evtl. Operation bei Kehlkopflähmung oder Brachyzephalensyndrom, Entfernung von Fremdkörpern, entzündungshemmende Therapie
- Exspiratorisch: Inhalationen, bronchienerweiternde Medikamente, ggf. Kortikosteroide bei Asthma
Prognose
Hängt stark von der Ursache ab. Bei frühzeitiger Diagnose und gezielter Therapie ist die Prognose in vielen Fällen gut. Chronische Erkrankungen erfordern oft eine lebenslange, aber gut kontrollierbare Behandlung.